Gemeinde Emlichheim beteiligt sich an Pilotprojekt zur Breitbanderschließung

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 13:54 Uhr

Der Verwaltungsausschuss sprach sich in seiner Sitzung am Dienstag, dem 10. November dafür aus, dass sich die Gemeinde Emlichheim an einem Pilotvorhaben zur Breitbanderschließung des Gewerbegebietes Nord beteiligt.

Quelle: Ems Vechte News

Die Unternehmen in dem Gewerbegebiet Nord machten schon vor Monaten die Gemeindeverwaltung auf die unzureichende Internetgeschwindigkeit in dem Gebiet aufmerksam. Lösungsmöglichkeiten wurden mit Telekommunikationsunternehmen und auch mit dem Landkreis diskutiert. 

In etwa zeitgleich hatte der Landkreis eine Strukturplanung der Breitbandversorgung im gesamten Kreisgebiet durchführen lassen. Ergebnisse dieser Studie liegen zwischenzeitlich vor. Wie stellvertretender Gemeindedirektor Ansgar Duling mitteilt, wurde in dieser Studie unter anderem festgestellt, dass die Samtgemeinde Emlichheim im Kreisvergleich sehr schlecht mit Breitbandinternet versorgt ist. „Diese Unterversorgung wird in den kommenden drei Jahren auch nicht durch eigene Maßnahmen der Telekommunikationsunternehmen (TK-Unternehmen) beseitigt“, weiß Duling aus dem Gutachten zu berichten. Von daher sah sich die Gemeinde gezwungen, selbst nach Lösungen für das Gewerbegebiet zu suchen. „Über eine bestehende Glasfaserverbindung zwischen den Trafo-Stationen der Nordhorner Versorgungsbetriebe (nvb) im Gewerbegebiet Nord und im Europark kann eine High-Speed-Internetversorgung hergestellt werden“, berichtet Hermann Hans, verantwortlicher Projketleiter der nvb. 

Wie er näher ausführt, arbeitet die nvb mit NDIX zusammen. NDIX ist eine offene und unabhängige Breitbandplattform für Unternehmen und Einrichtungen. Nach Angaben von Hans sind noch Tiefbau- und Anschlussarbeiten zum Trafo im Europark notwendig und umfangreiche Tiefbauarbeiten im Gewerbegebiet Nord. Die dort ansässigen Unternehmen werden dann direkt an Glaserfaserkabel angeschlossen und nicht über Kufperkabel versorgt. 

Für Duling bedeutet dieser Lösungsansatz einen Quantensprung in der Internetversorgung. Die Glasfaserkabel ermöglichen eine garantierte und synchrone Geschwindigkeit von 100 Mbit/s. In dem FTTB- bzw. FTTH-Konzept (FiberToTheBuilding, FiberToTheHome) sehen Experten die Zukunft, weil dadurch wesentlich höhere Bandbreiten als bei der herkömmlichen Erschließung mittels Kupferkabel möglich sind. 

Die Gemeinde Emlichheim und der Landkreis sehen das Ausbauvorhaben von nvb und NDIX als Pilotprojekt an. „Wir freuen uns, dass die Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim uns bei dem Projekt sehr stark untersützt und sich unter anderem um die Gewinnung von Fördermitteln erfolgreich bemüht hat“, erklärt Ansgar Duling. In Kürze werden Föderanträge gestellt, um die Wirtschaftlichkeitslücke aufzufangen. Die ersten Unternehmen im Gewerbegebiet Nord haben sofort nach Vorstellung des Projektes ihr Interesse an einem Anschluss an das High-Speed-Netz signalisiert. „Wenn alles optimal läuft, kann im kommenden Jahr mit dem Ausbau des Glasfasernetzes begonnen werden“, teilt Duling mit.