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Die stille Kraft, die die Dinge einfach am Laufen hält

Montag, 20. April 2020, 09:00 Uhr

Gerade in Zeiten von Homeoffice und Corona sind Zuverlässigkeit und Sicherheit wichtig. NDIX aus Enschede verwaltet ein abgeschirmtes Glasfasernetz in den Niederlanden und Deutschland. Insbesondere, wenn es sich bei den Kunden um Gesundheitseinrichtungen handelt. Jeroen van de Lagemaat, Geschäftsführer des Unternehmens, erklärt, welche Maßnahmen NDIX ergriffen hat, um diese oft unsichtbare, aber wichtige Infrastruktur ‚am Laufen zu halten‘.

NDIX bietet Konnektivität zwischen Unternehmen, deren Niederlassungen und zu anderen Einrichtungen und Organisationen, von denen sie IT-Dienstleistungen beziehen möchten. Jeroen van de Lagemaat erklärt: „Wir bieten ein abgeschirmtes und gesichertes Netzwerk. Das Internet macht weniger als 20% des dortigen Datenverkehrs aus. Der meiste Verkehr findet zwischen den Geschäftsstandorten statt, zwischen Unternehmen und Rechenzentren, in denen sie ihre Server haben, und zwischen Unternehmen und Anbietern von IT-Diensten, die die Unternehmen nutzen wollen.  Fast alles davon befindet sich außerhalb des öffentlichen Internets und läuft über Glasfaser, um sicherzustellen, dass die Kapazität niemals ein Problem darstellt".

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen als Kunden

Zu den Kunden von NDIX gehören etwa 20 Krankenhäuser in den Niederlanden und Deutschland sowie Labors, Pflegezentren, Pflegeheime und verschiedene Kliniken. Insgesamt sind mehr als 70 Gesundheitseinrichtungen an das NDIX-Netzwerk angeschlossen.  Für Krankenhäuser stehen Sicherheit und Zuverlässigkeit an erster Stelle. „Ein Krankenhaus steht einfach still, wenn die externe Verbindung wegfällt. Die Ausrüstung im Operationssaal funktioniert dann nicht mehr richtig", erklärt Van de Lagemaat.

Viele Pflegeeinrichtungen haben ihre Patientendaten in einem Rechenzentrum, nicht in einer Cloud, sondern auf ihren eigenen Servern. Van de Lagemaat: „Diese Verbindung muss extrem sicher sein und natürlich zuverlässig. Wenn die Verbindung zum Rechenzentrum nicht mehr besteht, können sie schlichtweg keine Patienten mehr empfangen. Das haben wir einmal vor Jahren erlebt, als die Institution die Patienten nach Hause schicken musste. Für uns war das ein Weckruf - wenn jetzt eine Gesundheitseinrichtung anruft, die erwägt, eine Verbindung herzustellen, empfehlen wir eine doppelte Verbindung. Dies ist inzwischen gängige Praxis, insbesondere in Krankenhäusern."

Corona-Protokoll

Der Wegfall der Verbindung ist ein Szenario, das immer und insbesondere jetzt vermieden werden sollte. Aus diesem Grund initiierte NDIX ein Notfallprotokoll für die Coronakrise: „Zum Teil auch durch die Abschottung unseres Personals: Wir müssen dafür sorgen, dass es einige Mitarbeiter gibt, die absolut nicht ins Büro kommen und die aus sozialer Verantwortung noch mehr Abstand halten, als die Regierung empfiehlt. Dies, um sicherzustellen, dass wir immer Personal zur Verfügung haben, wenn es um die Anbindung eines Krankenhauses geht", sagt Van de Lagemaat.

Glasvezelnetwerkkabels

NDIX hat rechtzeitig Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass jetzt keine Probleme auftreten, so Van de Lagemaat: „Auch bei unserem Gerätebestand haben wir rechtzeitig genügend Ersatzgeräte bestellt, etwas mehr als üblich, um sicherzustellen, dass wir, wenn etwas nicht in Ordnung ist, schnell etwas ersetzen können, ohne von Lieferanten abhängig zu sein".

Krise macht erfinderisch

Bislang hat das gut funktioniert, auch wenn es noch einige Korrekturen gibt, sagt der Geschäftsführer von NDIX: „Die Krise macht uns auch kreativ. Jetzt tun wir plötzlich Dinge, die wir vorher nicht getan haben. Beispielsweise haben wir jetzt die Geräte, die wir normalerweise selbst beim Kunden installieren, so konfiguriert, dass sie aus der Ferne eingerichtet werden können. Der Kunde kann die Geräte selbst installieren, und wir aktivieren die Fernverbindung von unserem Netzbetriebszentrum aus, das auch bei den betroffenen Mitarbeitern zu Hause verfügbar ist. Infolgedessen ist weniger physischer Kundenkontakt erforderlich. Auf diese Weise können wir neue Verbindungen herstellen, ohne uns selbst oder den Kunden zu gefährden".  Die Krise bietet auch neue Chancen. In Deutschland, wo NDIX ebenfalls aktiv ist, ist die Kapazität sicherer Netzwerke bisweilen noch ein ziemliches Problem. „Dort kommunizieren wir auf freundliche Art und Weise, dass unser sicheres Netzwerk gerade jetzt interessant sein kann. In der deutschen Erfahrung heißt das: Wir liefern einen Mercedes zum Preis eines Mittelklassewagens. Mit der Maßgabe, dass es einfach die ganze Zeit funktionieren muss, mit mehr als ausreichender Kapazität. In der Coronazeit sind das die Werte, die sich bewähren, die Menschen brauchen ausreichende Kapazitäten mit der größten Zuverlässigkeit", sagt Van de Lagemaat.

Oost NL und die Universität Twente sind auf niederländischer Seite Anteilseigner von NDIX, die Stadtwerke Münster GmbH auf deutscher Seite. NDIX wurde einst mit dem Ziel gegründet, eine gute Breitband-Internet-Infrastruktur in Twente zu realisieren, so dass für universitäre Spin-offs gutes und ausreichendes Internet zur Verfügung steht. In der Zwischenzeit hat sich dies auf viele weitere Formen sicherer und zuverlässiger Konnektivität über das Netzwerk von NDIX ausgeweitet. Aber immer noch mit dem gleichen Kerngedanken: „Schlechtes Internet sollte nie wieder ein Grund für ein Unternehmen sein, Twente zu verlassen. Es ist eine Bereicherung für den Wirtschaftsstandort, wenn inzwischen über 100 verschiedene IT-Dienste von mehr als 130 konkurrierenden Anbietern neben dem Internet auch über unser Netz verfügbar sind", schließt Van de Lagemaat.