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Jeroen van de Lagemaat, NDIX über die Sicherheit und Qualität des Internets

Dienstag, 10. November 2020, 00:00 Uhr

Jeroen van de Lagemaat ist Geschäsftsführer des NDIX. Wenn es um digitale Kommunikation und Zusammenarbeit geht, stehen Qualität und Sicherheit immer an erster Stelle. Laut Jeroen gibt es derzeit viele Probleme mit dem derzeitigen Internet, und er steht damit nicht allein, wenn es um die Sicherheit geht.

jeroen van de lagemaat NDIX

Wie Ursula von der Leyen im September vor dem Europäischen Parlament betonte, sind die digitalen Entwicklungen in Europa entscheidend für unsere Zukunft. Das Wachstum der Wirtschaft und die Entwicklungen in der Gesellschaft, einschließlich Nachhaltigkeit und Gesundheit, gehen Hand in Hand mit der Nutzung digitaler Dienste und Verbindungen. Die Digitalisierung ist die Grundlage für unser Wohlergehen und unsere Beschäftigung in Europa.


Das Internet von heute

Im Moment, so Jeroen van de Lagemaat und viele andere Spezialisten, stimmt mit dem derzeitigen Internet vieles nicht. Die wichtigsten Probleme liegen im Bereich der Qualität und Sicherheit. Jeroen sagt: "Eines der Merkmale des heutigen Internets ist, dass es selbst bestimmt, auf welchem Weg Informationen zwischen Sender und Empfänger übermittelt werden. Der Benutzer hat darauf keinen Einfluss. Abhängig vom Verkehr auf den verschiedenen Routen. Infolgedessen ist nie sicher, wie lange die Reise dauern wird, und diese Reisezeit variiert ständig. Dies ist inakzeptabel für Anwendungen wie das autonome Fahren, aber auch für ferngesteuerte Operationen". 


"Im Bereich der Sicherheit ist es wichtig, dass ein großer Teil des Internetverkehrs über Amerika oder Asien läuft, auch wenn Sender und Empfänger Europäer sind. Diese Länder setzen alles daran, dass es so bleibt. Und was passiert auf dem Weg dorthin? Wer liest mit? Die Gesetzgebung in den USA und Asien geht in dieser Hinsicht sehr weit. Hinzu kommt, dass auch Methoden, Informationen für Dritte unlesbar zu machen (Verschlüsselung, z.B. mit einem VPN), unsicher sind. Solche Anwendungen verfügen oft über so genannte Backdoors, die Dritten unbemerkten Zugriff auf die Informationen geben, und die Verschlüsselung der Daten selbst wird regelmäßig gehackt, wie kürzlich im größten Krankenhaus in Düsseldorf. Kurz gesagt, das Senden sensibler Informationen über das Internet mit einem VPN oder einer anderen Verschlüsselung ist wie die Benutzung eines Geldtransporters, dessen Route unbekannt ist und wir nicht wissen, wer einen Schlüssel hat".


"Die Idee hinter dem Internet ist, dass jeder mit jedem kommunizieren kann. Aber "alle" bedeutet auch Parteien, die nicht immer Nur Gutes im Schilde führen. Aus diesem Grund werden Firewalls eingesetzt, um unerwünschte Dinge zu stoppen. Betrachten Sie es als ein Haus, in dem die Tür immer offen steht und sich nur dann schließt, wenn wir ihr nicht vertrauen. So funktioniert das bei mir zu Hause nicht". 


" Ein dritter Effekt ist, dass google häufig schon eher über einen Stauf auf der Autobah bescheid weiß, als die Autobahnplizei oder die Verkehrsbehörde. Weil amerikanische Firmen so viel über uns wissen und unsere Daten mitlesen. Und warum ist das so? Das Internet wurde nie für die Art und Weise konzipiert, wie wir es nutzen. Unsere intensive Nutzung zwingt uns, das Konzept zu überarbeiten.".


Europa: Sicherheit und Souveränität

"Die Sicherheit unserer Daten und unserer Kommunikation steht immer mehr auf der Tagesordnung der Regierung, nicht nur in den Niederlanden und Deutschland, sondern auch in der europäischen Politik. Wir arbeiten an einer europäischen Cloud, die vor allem sicher sein muss. Europa strebt nach digitaler Souveränität. All dies unter dem Namen GAIA-X, einer kürzlich gestarteten deutsch-französischen Initiative. Natürlich muss auch der Weg zu dieser Wolke sicher sein. Wir wollen immer in der Lage sein, qualitativ hochwertig und sicher zur Cloud und untereinander zu kommunizieren".


Das Netzwerk der Zukunft

"Kurz gesagt: Es besteht ein Bedarf an Netzwerken, in denen Qualität und Sicherheit an erster Stelle stehen. Wo wir wissen, welche Wege wir einschlagen müssen. Ein Haus, in dem die Tür geschlossen ist und sich nur öffnet, wenn wir ihr vertrauen. Und das ist gleichzeitig fast so einfach und flexibel zu nutzen wie das heutige Internet. Innerhalb von GAIA-X wird die Art von Netzwerk, das NDIX seit Jahren bereitstellt, als Grundlage dafür angesehen. Sie entspricht in vollem Umfang den Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen. Sichere Verbindungen zwischen den Parteien werden auf Anfrage geschaltet, sofern alle Parteien dies zulassen. Sie müssen zuerst an der Tür klingeln und warten, bis Sie hineingelassen werden, bis sich die Tür öffnet, die standardmäßig geschlossen ist". 

"Nur so können wir nicht nur Qualität, sondern auch echte Sicherheit bieten. Dies ist bereits die Art und Weise, wie wir im NDIX arbeiten, jetzt ist es nur noch unsere Aufgabe, dies für den Rest der Niederlande und Europa umzusetzen. Nicht alle von uns tun dies selbst: Mehrere Parteien haben oder entwickeln ähnliche Netzwerke. Indem wir diese miteinander verbinden, schaffen wir ein europäisches sicheres und qualitativ hochwertiges Netz, in dem jeder sicher mit jedem kommunizieren kann. Der Erfolg des Internets, aber mit Blick auf die Zukunft".

Laut Jeroen ist dies nicht ganz zukunftsorientiert, aber es wird bereits viel genutzt. "Dies zeigt die Tatsache, dass über das Netzwerk von NDIX (mit mehr als 3.700 angeschlossenen Unternehmen) nur 20% des Verkehrs aus Internet-Kommunikation besteht. Bei den verbleibenden 80 % handelt es sich fast ausschließlich um sicheren Datenverkehr zwischen Unternehmensstandorten, Rechenzentren, Clouds und externen Parteien, mit denen Sie als Unternehmen zusammenarbeiten".


Source: twente.com